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Arthrose Informationen

Was ist Arthrose?

Arthrose ist eine Verschleißerkrankung der Gelenke, bei der sich der Gelenkknorpel abbaut. Während bei einem gesunden Gelenk die beweglichen Oberflächen mit einer Knorpelschicht überzogen sind und die Gelenkflüssigkeit das Knorpelgewebe in schmierende Moleküle hüllt, werden die Schmiermoleküle bei Arthrose nach und nach verbraucht. Die Knochen reiben aneinander. Es kommt zu Entzündungen, Gelenksteife und Bewegungsschmerz.

Bei fortschreitender Erkrankung verschlimmern sich die Symptome immer mehr, was zu dauerhaften Schmerzen und Versteifung des Gelenks führt. Zudem können abgelöste Knorpelteile in den Gelenkspalt gelangen, was zusätzlich Bewegungsabläufe blockiert.


Was sind die Ursachen von Arthrose?

Im Prinzip gibt es zwei Arten von Arthrose: die primäre und die sekundäre. Der wichtigste Unterschied zwischen diesen beiden Arten liegt in der Grundursache.

  • Primäre Arthrose

Diese Art der Arthrose ist altersbedingt, betrifft Menschen ab etwa 55 Jahren und ist das Ergebnis von Gelenksverschleiß. Je älter man wird, desto wahrscheinlicher ist es, dass man eine Arthrose entwickelt. Die am häufigsten betroffenen Gelenke sind die der Knie, Hände, Wirbelsäule und Hüfte.

  • Sekundäre Arthrose

Diese Art der Arthrose ist nicht altersbedingt. Faktoren wie Fettleibigkeit, genetische Veranlagung, Folgen einer anderen Erkrankung oder ein früheres Trauma wie ein Bruch oder Bänderriss können Auslöser sein.

 

Behandlung gegen Arthrose

Gegen Arthrose gibt es kein Heilmittel, aber man kann die Symptome lindern, indem man zum Beispiel sein Gewicht kontrolliert und regelmäßig Sport treibt, um Muskeln aufzubauen und die Mobilität der Gelenke zu erhalten.

Schmerzmittel

Die Art des Schmerzmittels (Analgetikum) hängt von der Schwere der Schmerzen und von anderen Erkrankungen oder Gesundheitsproblemen ab. Die wichtigsten eingesetzten Medikamente sind im Folgenden beschrieben:

Paracetamol

Paracetamol gibt es rezeptfrei in Apotheken. Die größte Wirkung erzielt das Medikament bei regelmäßiger Anwendung und nicht erst, wenn der Schmerz unerträglich wird. Wichtig bei der Einnahme von Paracetamol: empfohlene Dosierung einhalten, maximale Dosis nie überschreiten.

Neuere Studien stellen allerdings den Nutzen von Paracetamol bei Arthrose in Frage. Zitat aus der Fachzeitschrift The Lancet: „Unabhängig von der Dosis sehen wir keinen Platz für Paracetamol als Einzelwirkstoff in der Behandlung von Patienten mit Arthrose“1.

1 Lancet, 17. März 2016 pii, S0140-6736(16)30002-2


Nichtsteroidale Antirheumatika / Entzündungshemmer (NSAR)

Stärkere Schmerzmittel als Paracetamol sind zum Beispiel nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR). NSAR wirken entzündungshemmend. Es gibt verschiedene Arten von NSAR:

  • traditionelle NSAR wie Ibuprofen, Naproxen oder Diclofenac
  • COX-2-Hemmer oder auch COX-2-Inhibitoren (Coxibe) wie Celecoxib und Etoricoxib.

Einige NSAR gibt es auch als Salbe (topische NSAR), die direkt auf das betroffene Gelenk aufgetragen wird und zum Teil auch rezeptfrei erhältlich ist. Auch einige orale NSAR gibt es rezeptfrei. NSAR lindern in erster Linie Schmerzen, können auch Schwellungen in den Gelenken reduzieren. Ein Beratungsgespräch beim Arzt hilft dabei, die für den Patienten optimale Art von NSAR zu finden und klärt über Vorteile und Risiken auf.

NSAR führen auf dem Beipackzettel zahlreiche Warnhinweise und sind mit Vorsicht einzusetzen. Für Menschen mit Erkrankungen wie Asthma, einem Magengeschwür oder Angina pectoris und nach einem Herzinfarkt oder Schlaganfall sind sie in der Regel nicht geeignet. Auch bei gemeinsamer Einnahme von Aspirin und NSAR sollte der Arzt befragt werden.

NSAR können die Wirkung anderer Arzneimittel beeinflussen und beispielsweise Blutdruckmedikamente unwirksam machen. Auch in diesem Fall sollte unbedingt der Arzt konsultiert werden.

Opioide

Wenn Paracetamol oder NSAR nicht die gewünschte Wirkung erzielen, können Opioide wie Codein Schmerzen lindern. Opioide werden bei schweren Schmerzen eingesetzt, haben aber auch Nebenwirkungen wie Benommenheit, Übelkeit und Obstipation (Verstopfung).

Codein kommt in gängigen Präparaten wie Co-Codamol in Kombination mit Paracetamol vor.

Andere Opioide wie Tramadol (zu den Markennamen gehören Zamadol und Zydol) und Dihydrocodein (Markenname DF 118 Forte) werden ebenfalls gegen Arthrose verschrieben. Beide gibt es in Tablettenform und als Injektion.

Tramadol ist nicht geeignet bei unkontrollierter Epilepsie, und Dihydrocodein wird nicht empfohlen für Patienten mit chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD).

Capsaicinsalbe

Capsaicinsalbe wird vor allem bei Arthrose in den Händen oder Knien verschrieben, wenn topische NSAR die Schmerzen nicht wirksam lindern konnten.

Capsaicinsalbe blockiert die Nerven, die die Schmerzbotschaften in den kranken Bereich senden. Die Wirkung kann unter Umständen erst nach einer gewissen Anwendungszeit einsetzen. Doch sollte innerhalb der ersten beiden Wochen nach der ersten Anwendung der Creme eine gewisse Schmerzlinderung zu spüren sein. Bei einigen Patienten kann das aber auch bis zu einen Monat dauern.

Bis zu viermal täglich (im Abstand von mindestens vier Stunden) wird eine erbsengroße Menge Capsaicinsalbe auf das betroffene Gelenk aufgetragen. Capsaicinsalbe darf nicht auf verletzter oder entzündeter Haut angewendet werden. Nach der Anwendung immer die Hände waschen.

Capsaicinsalbe sollte nicht in empfindliche Körperbereiche wie Augen, Mund, Nase oder den Genitalbereich gelangen. Capsaicin ist ein Molekül, das in Chilischoten vorkommt, und verursacht daher starkes Brennen, das an empfindlichen Körperteilen über Stunden anhalten kann.

Es sollte generell vermieden werden, zu viel Salbe aufzutragen oder vor oder nach der Anwendung ein heißes Bad oder eine zu heiße Dusche zu nehmen, da dies das Brennen verstärken kann.

Corticosteroid-Injektionen

Bei stark ausgeprägter Arthrose kann eine konservative Behandlung mit Schmerzmitteln allein nicht ausreichen, um die Schmerzen in den Griff zu bekommen.

In diesem Fall sind Injektionen von Arzneimitteln in die betroffenen Gelenke erfolgversprechend. Das Verfahren wird als intraartikuläre Injektion bezeichnet.

Bei diesen Injektionen wird häufig ein Corticosteroid eingesetzt, das die Schwellung und die Schmerzen reduziert.

Es sollte darauf geachtet werden, dass nicht mehr als drei Corticosteroid-Injektionen im Jahr verabreicht werden. Zwischen den Behandlungen sollten jeweils mindestens drei Monate liegen.


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